Karriere bei Amprion

Gasisolierte Schaltanlagen (GIS)

GIS-Anlage in der Umspannanlage Kelsterbach, Baujahr 2005.

Während in Freiluftschaltanlagen die Isolierung spannungsführender Teile durch die Umgebungsluft gewährleistet wird, übernimmt in gasisolierten Schaltanlagen (GIS) ein spezielles Isoliergas diese Aufgabe. GIS bestehen aus zumeist rohrförmigen Gehäusen, in denen sich die spannungsführenden Anlagenteile und Betriebsmittel sowie das Isoliergas befinden. Eine GIS wird zum Schutz vor Umgebungs- und Witterungsbedingungen typischerweise in einer Halle untergebracht, die zusätzlich zum Betriebsgebäude einer Schaltanlage errichtet werden muss.

Weltweit kommen GIS in verschiedenen Spannungsebenen zum Einsatz. Auch Amprion betreibt in seinem Netzgebiet mehrere GIS, zum Beispiel in Duisburg, Frankfurt und Köln. Weitere Anlagen befinden sich derzeit in Planung, etwa in der Umspannanlage Siegburg.

An all diesen Standorten lassen es die Platzverhältnisse nicht zu, eine Schaltanlage in Freiluftbauweise zu errichten, sodass wir hier GIS als Sonderlösung verwenden. Im Vergleich zur Freiluftanlage sind GIS in der Regel teurer und im Netzbetrieb weniger flexibel.

Aufgrund ihrer Unterbringung in Gebäuden können GIS nur begrenzt erweitert oder umgebaut werden und sind somit im Rahmen des zukünftigen Netzausbaus nicht die Regelbauform. Wir wägen ihren Einsatz in jedem Einzelfall stets sorgsam ab.

Isoliermedium Gas

Als Isolationsmedium fungiert in GIS überwiegend das farb- und geruchlose Gas SF6 (Schwefelhexafluorid). Es ist weder giftig noch brennbar oder ozonschädigend und zudem für Mensch und Tier ungefährlich. Aufgrund dieser Eigenschaften stuft der Gesetzgeber SF6 nicht als Gefahrstoff ein.

Da SF6 jedoch ein hohes Treibhauspotenzial besitzt, darf es seit einigen Jahren nur noch in Bereichen eingesetzt werden, in denen eine kontrollierte Rückgewinnung möglich ist. So soll ein unkontrolliertes Entweichen in die Atmosphäre verhindert werden. Der Einsatz beispielsweise in Fensterscheiben, Autoreifen oder Schuhsohlen ist daher seit einigen Jahren verboten. Im industriellen und medizinischen Bereich hingegen ist ein kontrollierter Einsatz in gekapselten gasdichten Anlagen weiterhin zulässig, zum Beispiel in GIS, aber auch in Betriebsmitteln luftisolierter Schaltanlagen, wie etwa Leistungsschaltern. Amprion hat sich ebenso wie alle Netzbetreiber freiwillig verpflichtet , SF6-Emissionen bei der Inbetriebnahme, beim Betrieb sowie der Rückgewinnung des Gases weitestgehend zu minimieren. Unsere Anlagen verfügen über verschiedene technische Sicherheitsvorrichtungen, die mögliche Fehlerquellen frühzeitig anzeigen und melden. Gleichzeitig setzt unser geschultes und zertifiziertes Personal bei der Handhabung von SF6 spezielle Geräte ein, die ein Austreten des Gases in die Umgebung verhindern.

Außerdem beschäftigen wir uns derzeit auch mit den Einsatzmöglichkeiten sogenannter alternativer Isoliergase. Hier gilt es insbesondere, deren technische Eigenschaften sowie die Umweltverträglichkeit und die potenziellen Anwendungsbereiche genauestens zu untersuchen.