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Projektbeschreibung Umspannanlage Oberzier – Punkt Blatzheim

P200 – Maßnahme M425 (NEP2030, Version 2017, S. 529-532)

Bedarf und Notwendigkeit

Die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung und der Ausstieg aus der Kernenergie bzw. aus der Braun- und Steinkohle führen zu einem starken Ausbau der regenerativen Energien. Mehr Windkraft und mehr Solarstrom sowie der zunehmende internationale Stromhandel lassen die Lastflüsse im Übertragungsnetz ansteigen, sodass wir als Netzbetreiber immer mehr Strom über größere Distanzen transportieren müssen.

Bereits heute führt dies dazu, dass zu bestimmten Zeiten die Grenze der Übertragungsfähigkeit der bestehenden 220-/380-kV-Höchstspannungsfreileitungen in unserem Netzgebiet erreicht wird. Im Rheinischen Revier kommt hinzu, dass aufgrund des geplanten Fortschritts des Tagebaus Hambach eine auf der Tagebaufläche befindliche Leitung außer Betrieb genommen wurde. Als Ersatz wurde eine Netzverstärkung zwischen dem Punkt Mönchskaul und dem Punkt Blatzheim errichtet. Es zeigt sich jedoch schon jetzt, dass diese auf lange Sicht nicht ausreichend ist.

Des Weiteren sind wir für die Versorgungssicherheit in einem großen Teilgebiet des deutschen Übertragungsnetzes verantwortlich. Im Falle einer Störung müssen wir weiterhin die Systemsicherheit gewährleisten. Durch die hohe Auslastung der bestehenden Leitungen in der Netzregion müssten wir im Störungsfall – etwa wenn ein Stromkreis wegfällt –schon jetzt weitergehende Maßnahmen ergreifen, um das Netz stabil zu halten.

Wir beabsichtigen daher, das Netz zwischen der Umspannanlage Oberzier und dem Punkt Blatzheim durch den Neubau zweier zusätzlicher 380-kV-Stromkreise auf rund 16 Kilometern zu verstärken.

Im Netzentwicklungsplan Strom (NEP2030, Version 2017, S. 529-532) wurde das Projekt P200 – Maßnahme M425 als Netzverstärkungsmaßnahme bestätigt.

Technik und Korridore

Die geplante Freileitung soll die Umspannanlage Oberzier mit dem Punkt Blatzheim verbinden. Zwar existiert in der Region bereits eine Freileitung von Oberzier über den Punkt Blatzheim nach Kierdorf, aufgrund der hohen Auslastung der bestehenden Stromkreise ist ein achsgleicher Neubau in der Trasse mit den gleichen Fundament- und Maststandorten jedoch nicht möglich.

Für die Errichtung der neuen Freileitung kommen drei Varianten in Betracht, da sich bedingt durch den Tagebau Hambach im Norden und den militärischen Flugplatz Nörvenich im Südosten sowie die vorhandenen Siedlungsbereiche und die vorhandene Infrastruktur räumliche Beschränkungen ergeben.

Bei allen Varianten soll die neue Leitung vier Stromkreise führen. Nach der Inbetriebnahme wird die bestehende Leitung mit zwei Stromkreisen zwischen Oberzier und Blatzheim demontiert. Alle vier Stromkreise von Oberzier bis Blatzheim werden dann auf einem Gestänge gebündelt.

Korridor 1

Korridor 1 verläuft von der Umspannanlage Oberzier zum Pkt. Blatzheim so eng wie möglich im Umfeld (maximal 200 Meter Seitenabstand) der Trasse der vorhandenen 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Oberzier – Kierdorf.

Korridor 2

Korridor 2 orientiert sich an anderer linienhafter Infrastruktur und sieht eine neue Leitungsführung mit größeren Abständen zu den Ortslagen von Arnoldsweiler, Merzenich, Golzheim und Blatzheim vor. Damit wurde eine optimierte Trasse mit ausreichendem Abstand gemäß den Vorgaben des Landesentwicklungsplanes NRW entwickelt.

Korridor 3

Korridor 3 verläuft vorwiegend am südlichen Rand des Tagebaus Hambach. Die Leitung soll hier auf möglichst großer Länge eng mit der Infrastrukturachse Hambachbahn, Eisenbahnstrecke Köln-Aachen und der BAB 4 abseits der Ortslagen gebündelt werden.

Ihre Ansprechpartnerin
Anne Frentrup
Anne Frentrup
Projektsprecherin
Telefon +49 231 5849-14493
Mail ten.noirpma@purtnerf.enna