Portrait

Kompetenz für höchste Versorgungssicherheit

Das Unternehmen

Die Amprion GmbH betreibt ein Übertragungsnetz mit den Spannungsstufen 380.000 und 220.000 Volt. Die zentrale Aufgabe der rund 950 Mitarbeiter ist, jederzeit Strom zu marktgerechten Preisen sicher zu übertragen.

Mit rund 11.000 Kilometern Länge sowie ca. 160 Schalt- und Umspannanlagen zwischen Niedersachsen und der Grenze zur Schweiz und Österreich besitzen wir das längste Höchstspannungsnetz in Deutschland. Es verbindet die Kraftwerke mit den Verbrauchsschwerpunkten und ist gleichzeitig wichtiger Bestandteil des Übertragungsnetzes in Deutschland und in Europa. Durch seine zentrale Lage in Europa ist unser Übertragungsnetz eine wichtige Drehscheibe für den europäischen Stromhandel zwischen Nord und Süd sowie zwischen Ost und West.

Darüber hinaus sind wir verantwortlich für eines der größten Netzgebiete in Europa und übernehmen eine wichtige Aufgabe im europäischen Verbundnetz.

Versorgungssicherheit

Stabiles Netz und sicherer Transport

Amprion überwacht den sicheren Transport von Strom innerhalb des 380-/220-kV-Netzes. Damit in unserer Regelzone ein stabiles Stromnetz gewährleistet ist, stellen wir jederzeit das Gleichgewicht zwischen Stromverbrauch und Stromerzeugung sicher. Die erforderlichen Systemleistungen – Primärregelung, Sekundärregelung und Minutenreserve – beschaffen wir, wie die benötigte Verlustenergie, über transparente und verordnungskonforme Ausschreibungen. Die Regelenergie schreiben wir gemeinsam mit allen deutschen Übertragungsnetzbetreibern auf einer übergreifenden Internetplattform aus.

Koordinator für Nordeuropa

Darüber hinaus koordinieren wir auch die pluralistische Regelung von Leistung und Frequenz für die vier deutschen Regelzonen (50Hertz Transmission GmbH, Transnet BW GmbH, Tennet TSO GmbH und Amprion GmbH). In unseren Händen liegt ebenfalls die Koordination der Austauschprogramme und die anschließende Mengenbilanzierung sowohl für das gesamte Übertragungsnetz in Deutschland als auch für den nördlichen Teil des UCTE-Verbundnetzes (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Slowakische Republik, Tschechische Republik und Ungarn).

Europäischer Stromtransport

Deutschland ist beim Stromtransport das Transitland Nummer eins in Europa. Deshalb sind in keinem anderen EU-Land die Kuppelstellen so gut ausgebaut, wie in Deutschland. Mit Kuppelleitungen zu neun ausländischen Übertragungsnetzbetreibern in fünf Ländern (NL, L, F, CH, A) erfüllt Amprion die individuellen Transportwünsche europäischer Stromhändler bei höchster Transportsicherheit. 2005 steigerten wir durch Umbauten die Kapazität der Kuppelstelle Gronau-Hengelo (Niederlande) um das Doppelte. Nach Frankreich wurde bereits 2003 die Leistung um ein Drittel erhöht. Eine zusätzliche Verbundleitung an der niederländischen Grenze soll die Kapazität weiter erhöhen. Für Transporte in die Länder Frankreich, Niederlande und Schweiz führen wir EU-konforme Auktionen der Übertragungsnetzkapazitäten durch.

Kundenorientierung

Offene Netznutzung

Voraussetzung für den liberalisierten Strommarkt ist ein offener und wirtschaftlicher Netzzugang für unsere Kunden. Kunden aus der Industrie, Weiterverteilern, Stromhändlern und Erzeugern stellen wir unser Höchstspannungsnetz über rund 395 Einspeise- und Entnahmestellen diskriminierungsfrei zur Verfügung. Wir bieten einheitliche und marktgerechte Preise: Unsere Netznutzungsentgelte haben wir strikt nach den Vorgaben des neuen Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und der Netzentgeltverordnung (StromNEV) kalkuliert. Und wir stellen uns der Effizienzdiskussion rund um die 2008 gestartete Anreizregulierung.

Marktplattform Netz

Den funktionierenden Wettbewerb in unserem Netzgebiet belegen auch rund 2100 Bilanzkreise mit etwa 560 Bilanzkreisverantwortlichen für die Regelzone von Amprion. Von ihnen erhalten wir täglich bis zu 3.500 Fahrplananmeldungen, die wir jeweils prüfen.

Konzepte

Durch innovative energiewirtschaftliche Modelle leisten wir einen deutlichen Beitrag zur Entlastung der stromintensiven Industrie. In Abstimmung mit der Bundesnetzagentur konnten die Netzentgelte dieser Kunden innerhalb der Genehmigungszeiträume um bis zu 50 Prozent gesenkt und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Inzwischen ist dieses Konzept die Richtschnur für die Berechnung der individuellen Netzentgelte anderer Netzbetreiber.

Die Belastungen unserer Kunden durch staatliche Abgaben auf den Energiepreis steigen immer weiter. Auch die Netzentgelte sind davon direkt und indirekt betroffen – ein Beispiel ist der gesetzlich vorgeschriebene Lastenausgleich für Strommengen aus EEG- und KWK-G-Anlagen. Rund 38 Prozent der gesamten deutschen Erzeugung aus EEG-Anlagen müssen wir in unser Netz aufnehmen. Trotz verbesserter Windprognosen trägt die Windeinspeisung nennenswert zu den Kosten bei und verteuert damit die Netzentgelte: Allein der Anteil des Windausgleichs an den Netzkosten beträgt nahezu ein Fünftel. Hinzu kommen EEG-bedingte Kosten für Redispatch und den Netzausbau.

Zukunftsorientierung und Kompetenz

Vorbereitet auf neue Aufgaben

Mit dem Strukturwandel der Netzkunden muss – entsprechend den veränderten Aufgaben – eine Anpassung der Netzstruktur einhergehen. Wir entwickeln daher unser Höchstspannungsnetz vorausschauend unter sicherheitstechnischen, genehmigungsrechtlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten weiter. Dazu setzen wir gezielt Investitionen, Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen ein – jedes Jahr in dreistelliger Millionenhöhe. Die erforderlichen Netzbudgets werden mit Hilfe der Asset Simulation ermittelt. Grundlage für die Simulationsmodelle bildet bei Neubauten die wirtschaftliche Netzentwicklung, bei Erneuerungen der Netzzustand und die Nutzungsdauer.

Ein weiteres Beispiel für unsere tragfähigen Konzepte ist die verbesserte Windprognose. Indem wir verschiedene Wetterdienste miteinander abgleichen, ist unsere Windvorhersage mittlerweile genauer als die manch eines Wetterberichtes. Dadurch können wir die für die Aufnahme von Windstrom benötigte Ausgleichsenergie wirtschaftlicher einsetzen und beschaffen.

Unser Know-how und unsere langjährige Erfahrung sind auch Grundlage für die vielfältige Mitarbeit in nationalen und internationalen Fachgremien, wo Amprion häufig die Pilotfunktion bei der Einführung von Neuerungen übernimmt.

Nachhaltige Ressourcenschonung

Die Schonung der Umwelt und die Erhaltung der Natur ist ein wesentliches Handlungsgebot von Amprion. Im Rahmen der energiewirtschaftlichen Verantwortung verfolgen wir das Ziel einer nachhaltig umweltgerechten und ressourcenschonenden Bereitstellung von Energie.

Natur- und Landschaftsschutz

Masten und Seile walddurchquerender Stromleitungen müssen vor umstürzenden oder zu nahe heranwachsenden Bäumen geschützt werden. Rund 10.500 Hektar Land unter den Freileitungen pflegen wir mit unserem Biotopmanagement. Als bundesweit erster Stromnetzbetreiber setzen wir dabei gemeinsam mit Forst- und Naturschutzbehörden auf ein ganzheitliches Konzept, das ökonomische und ökologische Belange gleichermaßen berücksichtigt.

Immissionsschutz

Zudem fördern wir die Forschung über elektromagnetische Felder (EMV) und schaffen damit die Grundlage für eine sachorientierte Diskussion.

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