Kapazitätsreserve

Um die Versorgungssicherheit auch in außergewöhnlichen Situationen einer Gefährdung oder Störung der Sicherheit oder Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems durch Leistungsbilanzdefizite zu gewährleisten, soll gemäß §13e EnWG ab dem Winterhalbjahr 2018/2019 eine Kapazitätsreserve in Höhe von bis zu 2 GW eingeführt werden. Mit der Kapazitätsreserve soll ein Kapazitätspuffer aus Erzeugungsanlagen, Speichern sowie regelbaren Lasten geschaffen werden, die nicht am Strommarkt aktiv sind. Diese Kapazitäten sind notwendig, um in außergewöhnlichen und nicht vorhersehbaren Situationen die Systembilanz zu stützen und dafür zu sorgen, dass das Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch erhalten bleibt. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit kommt die Kapazitätsreserve durch die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zum Einsatz, wenn trotz freier Preisbildung an der Strombörse kein ausreichendes Angebot existiert, um einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu ermöglichen. Zur Beschaffung der Kapazitätsreserveanlagen führen die ÜNB ab dem Jahr 2017 in regelmäßigen Abständen gemeinsame Beschaffungsverfahren durch. Die in der Kapazitätsreserve gebundenen Anlagen werden zudem soweit wie möglich auch die Funktion der Netzreserve mit übernehmen. Sofern die Anlagen in netztechnisch geeigneten Regionen stehen, greifen die ÜNB daher auch in den Fällen auf sie zu, in denen es für die Systemsicherheit aufgrund von Netzengpässen erforderlich ist. Die Kapazitätsreserveverordnung (KapResV) enthält daher Regelungen, welche beide Funktionen verbinden.

Amprion möchte an dieser Stelle über die Umsetzung ihrer Verpflichtungen aus der Kapazitätsreserveverordnung informieren.

Schriftliche Konsultation der Teilnahmevoraussetzungen und Standardbedingungen für die Ausschreibung von Kapazitätsreserve

Der Entwurf der Kapazitätsreserveverordnung (KapResV-E) wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Länder- und Verbändeanhörung veröffentlicht:

https://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Strommarkt-der-Zukunft/strommarkt-2-0.html

und gibt bereits Teilnahmevorrausetzungen für die Kapazitätsreserve vor. Darüber hinaus dürfen die ÜNB diese Anforderungen konkretisieren und müssen zusätzliche Teilnahmevorrausetzungen in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur festlegen.

Ergänzt werden die Teilnahmevoraussetzungen um von den ÜNB zu erarbeitende Standardbedingungen, die von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Sie stellen die bundesweit einheitliche Vertragsgrundlage zwischen dem Anschluss-ÜNB und Anbieter für Kapazitätsreserveanlagen dar und gelten ohne weitere Nebenabreden.

Um potenzielle Anbieter bei der Erarbeitung von Teilnahmevoraussetzungen und Standardbedingungen zu beteiligen, führen die ÜNB eine öffentliche Konsultation durch. Die relevanten Konsultationsunterlagen sind im folgenden ZIP-Archiv zu finden und enthalten:

Teilnahmevoraussetzungen - Technische Voraussetzungen, die  durch alle Anbieter bzw. deren Anlagen zu erfüllen sind.

Standardbedingungen - Zu den Standardbedingungen kommt bei einem Zuschlag im Ausschreibungsverfahren ein einheitlicher Vertrag zustande der nicht verhandelbar ist.

Gebotsformular - Formular zur Angebotsabgabe für die standardisierte Abfrage der erforderlichen Angaben von Anbietern gemäß KapResV und Standardbedingungen.

Bestätigungserklärung des Anschlussnetzbetreibers - Bestätigung des Netzbetreibers an dessen Netz die Anlage angeschlossen ist, dass dem Transport der Reserveleistung in seinem Netz nichts entgegen steht.

Bürgschaftserklärungen - Standardformular zur Leistung der Erst- bzw. Zweitsicherheit durch den Anbieter)

Download Konsultationsunterlagen

Wir möchten Sie um Stellungnahme und Anmerkungen zu den Konsultationsunterlagen bis zum 20.01.2017 über das folgende Kontaktformular bitten.

Hinweis: Die Rückmeldungen im Rahmen der Konsultation werden auch den Behörden (BNetzA sowie ggf. BMWi) zur Verfügung gestellt.

Amprion behält sich vor, die veröffentlichten Informationen ohne Vorankündigung zu aktualisieren.

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