Die Systemführung

Brauweiler - rund um die Uhr und jeden Tag im Dienst

Ingenieure in der Schaltzentrale

Brauweiler, am westlichen Stadtrand von Köln gelegen, ist der Standort der Systemführung Netze der Amprion GmbH. Im Jahre 1928 entstand hier die Schaltzentrale für das Übertragungsnetz des damaligen Rheinischen Westfälischen Elektrizitätswerks - RWE. Der alte Name "Hauptschaltleitung Brauweiler" hat dazu beigetragen, dass Brauweiler heute europaweit bekannt ist. Dies ist in den besonderen Aufgaben begründet, die die Systemführung Netze nicht nur für das Netz der Amprion, sondern sowohl für Deutschland als auch für den nördlichen Teil des europäischen Übertragungsnetzes erfüllt.

Das Aufgabengebiet der Systemführung lässt sich in drei wesentliche Bereiche gliedern:

  • Sie ist verantwortlich für die Überwachung, Führung und Steuerung des Gesamtsystems Übertragungsnetz; dies sind die Spannungsebenen 380 kV und 220 kV. Das ca. 16,5 m x 4 m große Rückmeldebild der Netzwarte ist dabei wichtiges Werkzeug für die hier tätigen Ingenieure. Zu ihren Aufgaben gehört der Abruf der Kraftwerkseinsatzpläne, die Überwachung der Spannung und die Regelung der Frequenz. Kurzum, das Team in Brauweiler ist verantwortlich für den sicheren Systembetrieb. Dies gilt rund um die Uhr und jeden Tag im Jahr.
     
  • Darüber hinaus obliegt der Systemführung Netze im Rahmen der Systemplanung die Koordination des Verbundbetriebs für Deutschland. Dies bedeutet, dass alle geplanten Energieübertragungen zwischen den deutschen Übertragungsnetzbetreibern jeweils heute für den Folgetag koordiniert werden. Zu jedem Lieferanten muss auch der entsprechende Empfänger vorhanden sein, damit stets "Erzeugung und Verbrauch" im Gleichgewicht sind. Dadurch ergibt sich zugleich die Aufgabe der Systembilanzierung, die täglich an Hand der Zählerwerte überprüft, ob die geplanten Energietransporte korrekt ausgeführt worden sind.
     
  • Der dritte Aufgabenbereich ist die Koordination und die Systembilanzierung des Verbundbetriebs für den nördlichen Teil des europäischen Übertragungsnetzes und umfasst die Länder Belgien, Bulgarien, Deutschland, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn. Die zuvor für Energieübertragungen innerhalb Deutschlands beschriebenen Koordinationsaufgaben werden für die aufgeführten Länder auch für internationale Energieübertragungen wahrgenommen.

Die Liberalisierung in der Energiewirtschaft hat alle "Systemführer" vor neue Herausforderungen gestellt, die es national und international zu meistern gilt. Ihre Erfahrungen sind wesentliche Grundlage für die Planungen zum Ausbau und zur Modernisierung des europäischen Übertragungsnetzes.

zurück